Tauberbischofsheim. Im Jahr 2000 erschütterte die Ermordung der sechsjährigen Alexandra ganz Esslingen. Als Folge diese Verbrechens entstand das Projekt "Kelly-Insel".
Den Namen und das Logo erfanden achtjährige Kinder, die eine Polizeikelle zu einer Palme gestalteten und auf eine Insel setzten. "Kelly-Insel" ist seit seinen Anfängen ein vielbeachtetes Konzept, das 2005 den deutschen Präventionspreis erhielt. Die Schirmherrschaft hat Lothar Späth, Ministerpräsident a.D., inne. Zahlreiche Prominente aus Sport, Wirtschaft und Kultur unterstützen als Paten oder Botschafter das Projekt, das zwischenzeitlich in vielen Städten und Gemeinden in ganz Deutschland installiert wurde. Viele weitere Städte sind an der Einführung des Projekts interessiert.
Was ist der Grundgedanke der "Kelly-Insel" und wie erfolgt die Umsetzung? Ich helfe Dir - das ist das Motto der Kelly-Insel. Im Zeitalterzunehmender Anonymisierung haben viele Bürger kaum noch einen Blick für die Sorgen und Nöte ihrer Mitmenschen. Die Gewerbetreibenden einer Stadt stellen sich als Anlaufstellen für Kinder zur Verfügung, die Probleme haben. Diese Anlaufstellen erkennen die Kinder an einem Zertifikat, das im Schaufenster des jeweiligen Geschäftes aushängt. Dadurch erhalten die Kinder auf ihrem Schulweg oder beim Spielen eine größere Sicherheit und die Erwachsenen werden in unserer "Wegschau-Gesellschaft" wieder zum Hinschauen und Helfen bewegt. Bislang existieren solche Anlaufstellen in den Städten Bad Mergentheim Wertheim, Igersheim.
In Tauberbischofsheim erfolgt momentan die Einführung. Das Wirtschaftforum pro Tauberbischofsheim, die Stadt Tauberbischofsheim sowie die Polizeidirektion Tauberbischofsheim kooperieren bei diesem Projekt.
Die Durchführung ist jedoch nur mit Hilfe der Eltern und Schulen möglich. Deshalb wurden und werden auch weiterhin Elternabende in den einzelnen Schulen durchgeführt, damit diese mit ihren Kindern zu Hause die Problematik eines möglichen Ansprechens durch Erwachsene thematisieren können. Weiterhin wird dieses Thema auch im Schulunterricht mit Arbeitsheften aufgearbeitet. Letztendlich kommt auch ein erfahrener Polizeibeamter aus dem Bereich der Verkehrserziehung der Polizeidirektion Tauberbischofsheim in den Unterricht, um das Thema zu vertiefen. Dieses Konzept wird in den nächsten Wochen und Monaten in Tauberbischofsheim und den umliegenden Gemeinden, von denen Kinder in weiterführende Schulen nach Tauberbischofsheim gehen, umgesetzt. Ein weiterer Bereich ist die Auswahl der Geschäfte. Eine Auswahlkommission wird prüfen, welche der sich bereit erklärenden Betriebe die erforderlichen Anforderungen erfüllen.
Die Geschäfte werden in Augenschein genommen und der Kontakt mit den Inhabern gepflegt, um auf mögliche Änderungen reagieren zu können. Mitglieder dieser Auswahlkommission sind Lothar Uhl von der Stadt, Günter Fading vom Polizeirevier und Sandra Maier, die ehrenamtlich in der Kommission mitwirkt. Demnächst werden die ersten Betriebe ausgezeichnet und der Öffentlichkeit vorgestellt






